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An der Riviera

 

Bei Ausbruch des ersten Weltkriegs bleibt Albert mit der Familie in Frankreich. Und auch aus dieser Zeit gibt es Parfum-Dokument. 1914 entsteht Lieber Gustav 14. Es erzählt von einer großen Liebe, basierend auf den Briefen, die  sich seine Tochter und ihr Verlobter – sie in der Provence, er in Berlin – schrieben. Er fällt im Krieg. Doch der Duft von Lavendel, Sandelholz und Tonka  bildet eine unsichtbare Brücke zwischen Frankreich und Deutschland. Erst  später aber sollte dieser Duft zu einem der ganz Großen in der Krigler  Duftgeschichte werden. 1918, als Zelda Fitzgerald es im Atelier in Antibes entdeckt, verliebt sie sich  sofort in das Parfum und seine anrührende Geschichte. Sie schenkt es ihrem  Mann und fortan gilt Lieber Gustav 14 als der F. Scott

Fitzgerald-Duft. Wie viele  Amerikaner der High Society hält sich das Schriftsteller-Ehepaar häufig an der  französischen Riviera auf. Denn seit sich rumgesprochen hat, dass es dort statt  der üblichen Felsenküste einen wunderbaren Sandstrand gibt, ist Antibes zum Hot Spot avanciert. Für die oberen Zehntausend die perfekte Abwechslung zu  den Luxusresorts in Kalifornien oder Florida. Von Valentino bis Hemingway – alle zieht es nach Europa. Und alle tragen Düfte von Krigler. Der zur rechten  Zeit am richtigen Ort ist. Gleich gegenüber der chicen Strandcafés. Albert erzählt neue Duft-Geschichten: English Promenade 19, mit dem er die  zarte Blütenwelt entlang der Promenade des Anglais in Nizza beschreibt. Die  frisch-beschwingte Happy-Note bezaubert vor allem junge Frauen, wie später  auch Audrey Hepburn. Sie dreht in den 50er Jahren ihrem ersten Film „Monte  Carlo Baby“ und kommt nach Cap d’Antibes. In der Fabrik pickt sich den Duft  heraus, der ihr Alter trägt: Nummer 19. Sie bleibt ihm treu, und trägt ihn auch am Set von „Ein Herz und eine Krone“.

Zu seinen neuen Stories gehört auch Sparkling Diamond 22, der als teuerster Duft in die Chronik eingeht. Die strahlende Note ist von Monte Carlo und seiner Spawelt inspiriert. Es duftet, als käme man gerade von der Vinotherapie. Und auch von innen strahlt‘s: Mit einem echten Diamanten im Flakon, heute übrigens ein edler Swarovski Kristall.

In den Golden Twenties kreiert Albert wieder viele exklusive und maßgeschneiderte Parfums, so genannte „bepoke perfumes“. Sie werden, wie auch heute noch, per Vertrag 25, 50 oder 75 Jahre für den Auftraggeber reserviert. Blue Escapade 24 ist so einer, den 1924 ein englischer Lord anfertigen lässt: Er möchte die Frische des Ozeans und die Stimmung seiner Villa Blue Escapade die in Biarritz am Atlantik liegt, in einem Flakon einfangen. Erst 25 Jahre später gibt es ihn zu kaufen. Und Marlene Dietrich schenkt ihn Cary Grant!

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